CORALLUS ANNULATUS  *  ANNULATED BOA   *   GERINGELTE HUNDSKOPFBOA

 

Können oder müssen wir diesen seltsamen Terrariumgast nicht besser das Chamäleon unter den Schlangen nennen? Besonders braune Tiere sind sehr unterschiedlich in den Farbtönen von leicht silber/beige bis tief dunkelbraun (rein schokoladebraun), gerade geborene Tiere können selbst schwarzbraun sein. Diese Verfärbung wird durch ihren Gemütszustand verursacht, Ernährung oder Umgebung usw. In der Nacht und früh am Morgen haben die Tiere eine hellere Farbe, wahrscheinlich weil die Farbe im Dunkeln eine nicht so groβe Bedeutung hat. Hat jemand eine andere Erklärung dann hören wir das gerne. Früh am Morgen nesteln sie sich zwischen den Blättern auf einem Ast um zu Schlafen wobei ihre Farbe etwas dunkler wird. Diese dunkle Farbe und das regungslose Liegen tragen an einer besseren Tarnung tagsüber bei. Auch wenn sie gegessen haben werden sie dunkler, was wir auch logisch finden. Ein dunkleres Tier kann mehr Wärme aufnehmen und dadurch seine Nahrung besser verdauen. Auch Stress verursacht durch fremde Umstände oder dominante Tiere in der direkten Umgebung können einen Einfluss haben. So wie wir schon erwähnt haben sind diese Tiere braun, aber es gibt auch spektakulaire orange farbige Tiere oder Mengformen davon. Die Tiere sind polymorfe, in Deutsch gesagt sie kommen in verschiedenen Farben der Natur vor.

 

 

Lebensraum in der natur.

Der Lebensraum dieser Tiere streckt sich von Süd-Ost Nicaragua über die Ostküste von Costa Rica und Panama durch Kolumbien bis Ecuador und Peru. Auch wurden einzelne Exemplare an der Ostküste von Guatemala gefunden, wahrscheinlich ist ihr Vorkommen ein Rest auf Grund des ursprünglich zusammengehörigen Gebietes.  Der Lebensraum der Tiere erstreckt sich von Meeresniveau bis ungefähr 1200m Seehöhe. Die Tiere leben primär im Urwald, sekundär in den angrenzenden Wäldern, deren Randgebiete und in Plantagen. Manchmal findet man sie auch in Gärten. Obwohl sie deutlich Baumbewohner sind, finden wir sie auch nahe am Boden lebend. Sie bevorzugen es sich am Tage in hohlen Baumstämmen zu verstecken oder im dichten Unterholz auf und unter dichten Zweigen. Die Temperatur darf ruhig etwas niedriger sein als für Caninus oder Hortulatus , weil diese Sorten am Tage frei in den Bäumen hängen und sich tagsüber nicht verstecken. Bei der Einrichtung des Terrariums muss man das Bedürfnis eines Unterschlupfs berücksichtigen. Auch eine hohe Luftfeuchtigkeit ist wesentlicher Bedeutung für eine gute Gesundheit der Tiere, besonders in der Zeit der Häutung.  Alle oben erwähnten Länder haben eine lange und kurze Regenzeit die sehr schwer in einem Terrarium zu verwirklichen ist aber von großer Bedeutung bei m Züchten ist. Soweit bekannt ist kommen die orange farbigen Tiere in der Natur in einem sehr begrenzen Gebiet vor und sind sie weniger Allgemein als ihre braunen Sortgenossen. Wahrscheinlich ist das eine Folge von Inzucht, das durch natürliche Barrieren wie Bergketten oder große Ströme verursacht ist.

 

Das Terrarium

Alle unsere Tiere leben gesondert in gläsernen Terrariums mit folgenden Abmessungen: Breite 33, Länge 65, Höhe 90cm, also ein Inhalt von 193 Liter. Die Terrariums sind so gebaut dass in der Paarzeit die Zwischenscheibe leicht entfernt werden kann und dadurch ein Terrarium von 386 Liter entsteht. Als Klettergestell mit einem doppelten Grundbalken verwenden wir PVC-rohre mit einem Durchschnitt von 40mm, dieses Gestell wird nicht geleimt. Sorge immer dafür dass die Enden mit Deckeln verschlossen sind, denn die Tiere kriechen in die Rohre, verstecken sich dort und man kann sie sonst nicht mehr heraus nehmen. Wir leimen sie darum nicht weil wir sie so leichter zerlegen können um sie zu reinigen und zu desinfizieren. Das geschieht in einem Behälter von 30 Liter mit heißem Wasser und Chlor. Das muss man in jedem Fall bei einer Infektion mit Blutmilbe tun. Danach gut umspülen mit reinem Wasser, trocknen ist nicht nötig weil das im Terrarium selbst geschieht und so die Luftfeuchtigkeit erhöht wird. Über den obersten Balken schieben wir ein PVC-Rohr von 125 mm, dass die Tiere frei vom Boden weg kriechen können. Von Annulatus ist bekannt  dass sie sich gerne verstecken, sie benützen die Rohre am meisten. Ein Terrarium aus Holz ist natürlich auch möglich aber auf die Dauer nicht an zu raten wegen dem hohen Feuchtigkeitsgrad den die Tiere notwendig brauchen. Den Boden bedecken wir mit Torfstreu. Das hat folgende Vorteile: Es nimmt vie Feuchtigkeit auf, gibt regelmäßig Feuchtigkeit ab (erhöht die Luftfeuchtigkeit), hat einen leichten Säuregrad wodurch sich Bakterien weniger schnell entwickeln können und wir können die Exkremente leichter entfernen. Auch müssen wir für einen trockenen Ruhe- und Schlafplatz sorgen. Als die Tiere mit der Nahrung nicht zu viel Torf zu sich nehmen wird es mit den Exkrementen ausgeschieden. Manchmal schnappen sie neben ihr Opfer und haben ihr Maul voll mit Torf, dass können wir einfach behelfen. Wir nehmen das Tier hinter ihrem Kopf fest und dann machen sie ihr Maul meistens von selbst auf und dann können wir es mit Wasser ausspülen.

 

Temperatur und luftfeuchtigkeit

Tagsüber soll es im Schlangenraum 24 C und in der Nacht 20 C sein, das regeln wir mit der Zentralheizung. Wir haben bei der Anschaffung eines neuen Combi-Kessel einen Type mit geschiedenem System  gewählt. Dadurch ist die Temperatur des Radiators im Schlangenraum mit einem eigenen Thermostat zu regeln. Im den Terrariums hängen normale 25 Watt Reflektorlampen, abgeschirmt mit Gittern um Brandwunden zu vermeiden. Alle Lampen worden zentral mit einem Schlummer-Licht geregelt, dass eine Temperatur im Terrarium in der Umgebung der Lampe von 29 C herrscht. Die Lampen brennen nicht mit vollem Vermögen wodurch die Brenndauer viel länger ist. Mit dieser Methode kann viel Elektrizität bespart werden, die Zentralheizung sorgt für die nötige Wärme und diese ist viel billiger.  Die Luftfeuchtigkeit wird durch einen ultrasonischen Befeuchtiger mit einem Zeitschalter geregelt. Dieser läuft 5 Mal 15 Minuten verteilt über den ganzen Tag. Im Anlauf auf die Paarzeit wird die Zeitdauer angepasst. Man kann die Luftfeuchtigkeit auch mit einem eigenen Hygrometer regeln, was den Nachteil hat die Luftfeuchtigkeit immer gleich ist und nicht wechselt so wie es in der Natur ist durch Wind und Sonne beeinflusst. Beleuchtung und Wärme kommen wie schon erwähnt von den Reflektor Lampen mit kleiner Fittung und 25 Watt. Sollte es nötig sein kann man noch extra grüne Wärmematten von der Marke Thermolux verwenden. So wie mit allen Matten darf man diese nicht zudecken, weil sie die entstehende Wärme nicht verlieren können und möglich durchbrennen oder Kurzschluss verursachen mit allen Folgen davon.     

 

Ernärung

              

Nahrung bekommen die Tiere einmal in der Woche und zwar: Mäuse, Ratten, Hamstern oder andere kleine Nagetiere. Die Futtertiere dürfen nicht zu groß sein weil sie dann meistens wieder ausgebrochen werden mit den nötigen Problemen danach. Mäuse oder kleine  Ratten wobei wir denken dass sie keine Probleme haben sind oft zu groß für sie. Selbstverständlich würgen sie die Beute und arbeiten sie in den Schlund. Ich rate an besser zwei kleine Tiere zu füttern, die verdauen sie viel leichter als eine große Beute, das gilt besonders für junge Tiere. Füttere nie zu viel, denn dicke Tiere werden träge und können bei extremen Übergewicht Gesundheitsprobleme bekommen (wie bei uns Menschen) und sogar die Fortpflanzung gelingt nicht mehr. In Gefangenschaft bekommen die Tiere meistens mehr und gesunde Beute, in der Natur kranke und ältere Tiere als Beute,  wobei die Qualität schlechter ist. Auch müssen sie sich in der Wildernis mehr anstrengen um ihre Beute zu fangen, in der Gefangenschaft wird ihnen die Beute serviert.  Wasser bekommen sie in glasierten Steinschalen  von zirka 20cm Durchschnitt und 5cm tief.  Der Rand der Schalen darf nicht nach Innen zeigen, denn ein Tier das in einer Schale liegt und sich erschreckt in Panik gerät und in der Schale ertrinken kann.  

 

 

Züchten

Um züchten zu können müssen wir die Tiere stimulieren mit einigen Anpassungen des Klimas. Das können folgende Anpassungen sein: Eine kürzere Lichtdauer, eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, eine niedere Temperatur oder eine Kombination von diesen Faktoren. Eine plötzliche Luftdruckänderung kann auch eine positive Stimulans sein, aber hierauf können wir keinen Einfluss haben. Auch ist die Anwesenheit von mehreren männlichen Tieren eine gute Stimulans zum züchten. In der uheperiode während der Monate November und Dezember müssen wir die Temperatur etwas niedriger setzen und die Luftfeuchtigkeit erhöhen, danach in der Paarzeit (Jänner, Feber und März) wird das weibliche Tier bei einem männlichen Tier gesetzt und nicht anders um.  Das weibliche Tier kommt in das Territorium des Mannes, nach 1 bis 2 Wochen wird sie bei einem anderen Mann gesetzt. Dieser zweite Mann wird extra interessiert sein in ihr, weil sie den Geruch des ersten Mannes mitnimmt. Dadurch wird der zweite Mann extra geprickelt, er will dominant sein gegenüber seinem Vorgänger und wird wahrscheinlich paaren mit dem Weibchen. Wenn man mehrere Weibchen hat kann man sie roulieren bei den Männern aber es ist besser einmal in 2 Jahren zu züchten, die Anzahl und die Größe der Jungtiere ist dann größer. Wie gesagt sind die Jungen von besserer Qualität wodurch sie weniger Probleme mit Essen haben. Auch ist das besser für die Weibchen, sie bekommen dann mehr Zeit um sich zu erholen. Die Jungtiere werden einzeln in Kunststoff-Behältern von einem Liter gesetzt, an der Innenseite einen Kunststoff-Handgriff, dass die Tiere hängen können. Kunststoff geniest unseren Vorzug weil Holz schimmelt. Man hat auf diese Weise Übersicht wann sie essen und wann sie sich häuten, auch andere Probleme und Umstände können wir besser beobachten. Wenn die Jungtiere gut essen können wir sie verkaufen oder mit mehreren Jungtieren in ein größeres Terrarium setzen. Die Tiere die nicht gut essen kann man mit Zwang füttern aber  beachte dabei dass das viel Stress für die Tiere bedeutet. Eine schnelle Möglichkeit sie mit Zwang zu füttern ist die Verwendung einer Sonde oder einer Injektionsspritze von 1 bis 2,5ml. Diese kann man füllen mit gemahlenen AD-feline Katzenfutter zu bekommen beim Tierarzt. Dieses Futter gleicht auf dickere Joghurt und man kann es dadurch schnell einführen, so dass wenig Stress entsteht. Sterben Jungtiere dann ist das ganz normal. Wir wollen natürlich so viel mögliche Jungtiere erhalten, aber wenn wir die Natur nehmen dann überlebt wahrscheinlich nur 1 Jungtier und wird erwachsen. Aus braunen Eltern können braune und rote Jungtiere kommen, die bei Geburt beinahe schwarz sind.

             

 

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